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Crowdfunding-Kampagne

15.04.2021

Vom 14.04.2021 bis zum 14.05.2021 läuft unsere Crowdfunding-Kampagne. Wir sind also gerade frisch in die Kampagne gestartet und freuen uns, dass wir am ersten Tag schon 7 Spenden und 1.285 € erhalten haben. Einen ganz besonderen Dank an die ersten Spender:innen!

Aber wozu brauchen wir das Geld eigentlich? Damit wir unsere climactivity-App und das climactivity-eigene soziale Netzwerk programmieren sowie climactivity-Abende ausstrahlen können!

Dafür müssen einerseits Profis bezahlt werden, die uns unterstützen. Andererseits ist das Projekt so umfangreich und komplex, dass es an manchen Stellen Menschen braucht, die mehr Stunden rein stecken können, als es rein ehrenamtlich möglich wäre. Deshalb haben zur Zeit fünf Menschen einen Minijob bei climactivity, damit sie mehr Power rein stecken können. Aber die etwa 1.200 Stunden, die Menschen im letzten Jahr bezahlt bei climactivity gearbeitet haben, sind nur ein kleiner Teil dessen, was wir an Zeit aufgewendet haben: Zusätzlich sind über 3.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet worden. Das entspricht fast zwei Vollzeitstellen!

Das, was wir vorhaben lässt sich allein mit den 30.000 € aus dem Crowdfunding nicht bezahlen. Denn das Projekt climactivity auf die Beine zu stellen und die Vor-Ort-Strukturen in Bremen und Verden aufzubauen hat ein Gesamtbudget von etwa 160.000 €. Zum Glück haben wir über die Verbändeförderung des Bundesumweltministeriums, die Bremer Umweltprojekte-Förderung und den Stifterverband davon schon knapp 100.000 € beisammen. ABER der größte Teil dieser Förderung ist daran gekoppelt, dass auch wir unseren Anteil beitragen. Effektiv heißt das: Jeder Euro, den du spendest, sorgt dafür, dass noch mal gut ein weiterer Euro von den Fördergeldern verfügbar wird.

Einen ähnlichen Effekt hat unsere Teilnahme am Crowdfunding-Wettbewerb des Stifterverbands. Als Teil von dessen Förderprogramm „Wirkung hoch 100“ bekommen wir bei den ersten 6.000 € für jeden Euro noch 50 Cent dazu. Mehr Infos zu diesem Förderprogramm findest du hier.

Durch die Aufstockung von Wirkung hoch 100 und die ausgelöste Freigabe von Fördermitteln ist also jeder Euro Spende derzeit 3 € wert. Wenn das kein guter Grund zum Spenden ist 🙂

Aktuelles von unserer Förderung durch "Wirkung Hoch 100"

14.04.2021

Wusstest du, dass climactivity eins der 50 innovativsten Bildungsprojekte Deutschlands ist? Wer das sagt? Der Stifterverband! Aus Anlass seines 100-jährigen Jubiläums hat dieser Verband eine ganz besondere Förderinitiative gestartet: Wirkung hoch 100. Dafür wurden die 100 innovativsten Projekte aus den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Innovation gesucht. climactivity hat die Jury des Stifterverbands überzeugt mit seinem Ansatz einer Spiele-App, die ein Serious Game zur Klimaschutz-Bildung ist, in Kombination mit dem eigenen Sozialen Netzwerk und den Vor-Ort-Veranstaltungen. Daraufhin wurde climactivity als eins der 50 Projekte aus dem Bereich Bildung ausgewählt, die im November 2020 in das Förderprogramm aufgenommen wurden.

Neben einer finanziellen Unterstützung in Höhe von 5.000 € sind wir nun seit 5 Monaten Teil der Förderprojekte-Community, die von Project Together koordiniert und unterstützt wird. Hier können wir im Austausch mit anderen unser Projekt weiterentwickeln und haben Zugriff auf einen wertvollen Pool von anregenden Talks und Expert:innen, die uns beraten.

Der Stifterverband unterstützt uns und die anderen Wirkung-hoch-100-Förderprojekte auch beim derzeit laufenden Crowdfunding im Rahmen seines Crowdfunding-Wettbewerbs: Die neun teilnehmenden Projekte kriegen bei den ersten 6.000 € auf jeden gespendeten Euro noch 50 Cent obendrauf. Zusätzlich bekommen die 5 Projekte, die im Kampagnenzeitraum vom 14.4. bis zum 14.5. die meisten Spenden erhalten, noch Prämien zwischen 1.500 und 3.500 Euro. Wenn ihr uns also zur Spendenmeister:in macht, dann kriegen wir noch einmal 6.500 € vom Stifterverband. Let‘s go for it!

Die Vor Ort-Komponente im climactivity-Programm

13.04.2021

Die Vor-Ort-Struktur besteht aus Teams und deren Team-Treffen sowie climactivity-Abenden zum Klimaschutz-Schwerpunkt des jeweiligen Monats (Stadtteil- bzw. Gemeinde-Veranstaltungen). Beide Formate bauen auf einem Video-Input auf, den climactivity bereitstellt. Durch diesen Input vermitteln wir auch bei Treffen, wo niemand vom climactivity-Kernteam anwesend sein kann, den climactivity-Spirit: Ein gutes und klimafreundliches Leben ist möglich und wir können eine Menge dafür tun, dass wir dort ankommen. Gleichzeitig können wir lebenslustig sein und bleiben.

climactivity-Abende sind Veranstaltungen zum jeweiligen Schwerpunktthema des Monats, die an allen Orten zur selben Zeit stattfinden. Einige Teile der Veranstaltung werden direkt vor Ort durchgeführt, andere Teile werden als externer interaktiver live-Video-Input von climactivity bereit gestellt.

Konkret sehen climacitvity-Abends dann so aus: Nach einer Begrüßung durch die lokal:e Gastgeber:in spielen die Veranstaltungsteilnehmer:innen mit- und gegeneinander die erste Runde von einem Klimaschutzquiz-Bingo; die Anleitung dafür wird über den Video-Input gegeben. Anschließend wird das Schwerpunktthema in einem live ausgestrahlten Podcast besprochen, der zu allen Veranstaltungen übertragen wird. An dem anschließenden Q&A kann jede:r über ein online-Tool teilhaben. Dann folgt der zweite Teil vom Klimaschutzquiz-Bingo bei dem der/die lokal:e Gewinner:in ermittelt wird und einen Preis gewinnt. Bevor der Abend mit einem rein lokalen Get-Together der Teilnehmenden gemütlich ausklingt, informiert die lokal:e Gastgeber:in u.U. noch über Aktionen oder Veranstaltungen im Stadtteil oder in der Gemeinde.

Wir haben dieses hoch innovative Format entwickelt, um die Stärken des Digitalen mit den unschlagbaren Vorteilen der direkten Begegnung zu verschmelzen. Das Zusammenkommen um gemeinsam ein vergnügliches Klimaschutzquiz-Bingo zu spielen und Zeit zu haben sich auszutauschen sorgt dafür, dass die Essenz einer Präsenzveranstaltung erhalten bleibt. Die zentrale Gestaltung des Abends und des inhaltlichen Teils hingegen ermöglicht es mit relativ wenig Aufwand eine Vielzahl von Veranstaltungen gestalten zu können. Eine Veranstaltung vor Ort durchzuführen bedeutet dann eben nicht, zugleich umfassende Experten für das jeweilige Thema sein müssen. So wird eine Skalierung von Vor-Ort-Veranstaltungen so ähnlich wie bei einem Franchising möglich.

Alle Teilnehmenden werden dazu ermutigt sich zu Teams von 3-8 Teilnehmenden zusammenzuschließen. Im Idealfall sind dies Menschen, die so nah beieinander wohnen, dass eine persönliche Zusammenkunft zu Team-Treffen möglich ist. Auf diesen Team-Treffen steht der Austausch über eigene Erfahrungen mit dem Thema im Mittelpunkt: Wie hat das geklappt, als du versucht hast, dich

stärker pflanzlich zu orientieren? Welche Erfahrungen hast du damit gemacht andere für Carsharing zu begeistern? Wie reagieren die Kolleg:innen auf der Arbeit, wenn du erzählst, dass du mit Fridays for Future demonstrieren gehst? Damit euch bei solche Treffen der Gesprächsstoff nicht ausgeht, gibt climactivity eine Anleitung in Form eines Video-Inputs, den ihr in der Geschwindigkeit nutzen könnt, die für euch passt.

Die climactivity-App

12.04.2021

Die climactivity App ist ein Serious Game, das Menschen bei der Veränderung ihres Verhaltens in Richtung von mehr Klimaschutz bestärkt und unterstützt. Das Spielprinzip ist im unten stehenden Core Game Loop dargestellt:

Die Nutzer:innen werden in der App an die Big Points des Klimaschutzes herangeführt, also an die Punkte, bei denen besonders viel für den Klimaschutz getan werden kann. Die Spiele-App regt dann dazu an, sich Ziele in jedem dieser Bereiche zu setzen. Wenn sie dies tun, bekommen die Nutzer:innen dafür die Setzlinge für Bäume, Sträucher und Blumen, aus denen der Wald später wächst. Nachfolgend erwerben sie beim Tracking durch die Bestätigung ihres klimafreundlichen Verhaltens im Alltag virtuelles Wasser und Erfahrungspunkte (XP). (Anmerkung: Dieses Tracking ist keine Bestimmung der Geo-Position, sondern eine regelmäßige Abfrage, ob die Nutzer:innen so leben, wie sie es sich vorgenommen haben.) Mit dem Wasser können die Nutzer:innen in der App einen Wald wachsen lassen. Der Erwerb von XP führt zum Level-Aufstieg im Spiel, der es ermöglicht den Wald vielfältiger zu gestalten (neue Baum-, Busch- und Blumensorten) und z.B. mit Tieren zu beleben. Für den Erwerb von Pflanzen und Tieren (Wald-Assets) werden Taler (In-App-Währung) benötigt, die über die Bearbeitung von Lerneinheiten und das Erledigen von Aufgaben erworben werden. Im Bereich Bildung zu Klimaschutzthemen verfolgt die App einen ähnlichen Ansatz wie z.B. die Sprachlernapp Duolingo: Das Wissen wird in kleine Lerneinheiten unterteilt und in einem Quiz abgefragt.

Der spielerische Ansatz des App-Spiels gibt den Nutzer:innen positives Feedback zu bereits umgesetzten Klimaschutzhandlungen im realen Leben und zeigt Möglichkeiten auf, wie sie noch klimafreundlicher leben könnten. Durch regelmäßige Interaktion und positive Verstärkung werden die Nutzer:innen in ihrem Bestreben ihr Verhalten zu ändern unterstützt.

Die Bereitstellung von sowohl Problem- als auch Handlungswissen in großer Informationstiefe gewährleistet, dass sich auch Menschen, die sich schon länger mit dem Thema beschäftigen, von der Spiele-App angesprochen fühlen. Die gesamte Information, die für den Modelllauf aufbereitet wurde (292 DIN A4 Seiten), wird in die App übertragen und kontinuierlich aktualisiert und ergänzt. Nutzer:innen können sich von daher davon überzeugen, dass es sich bei climactivity um ein systematisches und durchdachtes Angebot handelt. Die Informationstiefe ist jedoch frei wählbar, so dass auch die, die noch nicht viele Berührungspunkte mit Klimaschutz hatten, nicht überfordert werden.

Methodisch arbeitet die App außerdem mit motivierenden Informationen, die die positive Vision eines gleichzeitig guten und klimaschützenden Lebens hervorheben. Über die regelmäßige Interaktion im Hinblick auf die Klimafreundlichkeit der Lebensweise der jeweiligen Nutzer:in in bis zu 26 Bereichen begleitet die App die Nutzer:innen sehr individuell und gibt Klarheit über geeignete Handlungsfelder.

Soziale Eingebundenheit erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Verhaltensänderungen vollzogen und beibehalten werden. Erst das Gelingen der Veränderung erzeugt das Erfolgsgefühl, das Nutzer:innen Lust macht die App dauerhaft zu nutzen und an andere weiter zu empfehlen. Das soziale Netzwerk und die climactivity-Abende ergänzen die App daher um eine aktive Community. Hiermit wird das Potential von Peer-Einflüssen und von Rollenhandeln zur Verhaltensänderung erschlossen. Auf diese Art werden auch Menschen erreicht, die sich außerhalb der Blase der sowieso schon für Klimschutz Interessierten befinden.

Abschluss Modelllauf

02.04.2021

Der Modelllauf des Prototypen der App ist im Februar zu Ende gegangen; im März ist die Abschlussevaluation durchgeführt worden. Was jetzt noch fehlt ist eine Abschlussfeier, aber das ist im Moment leider wirklich nicht zu machen.
Was haben wir aus dem Modelllauf gelernt? Eine Menge! Wir haben sehr viel positives Feedback bekommen zu der Art, wie wir die 12 Big Points des Klimaschutz Monat für Monat aufgearbeitet haben. Wir sind mit climactivity in der Lage auch denen noch etwas zu bieten, die sich mit dem Thema schon mal befasst haben. Das ist wichtig, weil wir uns wünschen, dass Menschen, die bei climactivity mitmachen, lange dabeibleiben. Gleichzeitig ist aber auch deutlich geworden, dass der Prototyp für die Bedürfnisse der Neulinge beim Thema Klimaschutz noch nicht so richtig geeignet war. Diese Erkenntnis ist in die Neugestaltung der App eingeflossen, bei der die Informationstiefe jetzt von den Nutzer:innen frei gewählt werden kann.
Es bestand und besteht ein großes Bedürfnis nach Austausch über das Thema Klimaschutz mit echten Menschen. Der Ansatz von climactivity wird damit bestätigt, aber bieten konnten wir den Teilnehmenden am Modelllauf in dieser Hinsicht in dem Corona-Jahr natürlich nicht sehr viel. Danke, dass ihr dennoch so fleißig teilgenommen habt und uns so den Test unseres Prototypen ermöglicht habt!

Der Fleiß soll hier mit ein paar Zahlen verdeutlicht werden:

  • Viele der Teilnehmenden haben angegeben, dass sie alle 292 Seiten Infomaterial, das wir bereitgestellt haben, durchgegangen sind. Hut ab!
  • In der App wurden von 24 Teilnehmenden insgesamt 376 Abzeichen absolviert. Je nach der Klimafreundlichkeit des Lebensstils in 27 verschiedenen Hinsichten wurde gegebenenfalls ein grünes, gelbes oder oranges Abzeichen verliehen. Acht Teilnehmer:innen haben (fast) alle dieser Abzeichen gemacht. Super!

Zum Abschluss sollen hier noch ein paar Teilnehmende zu Wort kommen:

  • “climactivity hat mir Spaß gemacht und neue Erkenntnisse gebracht, die ich in mein Leben einbauen konnte.” (Heinrich)
  • “Ich fand climactivity im Modelllauf ne coole und spannende Sache, obwohl ich schon viel wusste. Wenn das mit den live-Treffen dann wirklich was wird, wird es bestimmt noch besser.” (Antonia)
  • “Ich habe eine strukturierte Anleitung bekommen, wie ich verschiedene Bereiche meines Lebens klimafreundlicher gestalten kann.” (Jim)
Abzeichentafel aus der (veralteten) App des Prototypen vom Programm climactivity

Das Soziale Netzwerk von climactivity

30.03.2021

climactivity entwickelt ein eigenes Soziales Netzwerk, mit dem wir klimabewegten Menschen eine deutschlandweite Community an die Hand geben und ihnen damit zeigen, dass sie beim Klimaschutz nicht allein sind. Außerdem schafft es die Möglichkeit, Gleichgesinnte in der Nähe zu finden und die oft unsichtbaren Vorbilder im Klimaschutz besser wahrzunehmen. Zugleich kann es von den Nutzer:innen der Spiele-App als ein Forum zum Austausch genutzt werden.

Klimaschutz ist dabei nicht nur auf der Oberfläche ein Thema, sondern natürlich auch im Hintergrund: Das Soziale Netzwerk läuft – wie unsere Webseite auch – auf Servern von Greensta, einem Unternehmen, dessen Server mit Ökostrom von Greenpeace Energy betrieben werden und ausschließlich in Deutschland stehen.

Der Funktionsumfang des Sozialen Netzwerkes umfasst zunächst jenen der bekannten Sozialen Netzwerke: Vom Anlegen eines persönlichen Profils über die Verbindung mit anderen Nutzern und das Teilen von Inhalten und Medien bis hin zur themenspezifischen Diskussion in Gruppen.
Die Themen-Gruppen des Sozialen Netzwerkes spiegeln inhaltlich die Big Points des Klimaschutzes wider, an denen sich auch die App und das Vor-Ort-Programm orientieren. Um den Nutzern Orientierung zu bieten, erhält jede dieser Themen-Gruppen eine besondere Betreuung, Strukturierung und Moderation seitens climactivity. Ziel ist es, einen „safe space“ mit entsprechender Netiquette zu schaffen, quasi eine Troll-freie Zone zur Diskussion über Nachhaltigkeitsthemen. Mitglieder des Netzwerkes werden in der Zukunft exklusiven Zugang zu den climactivity-Inhalten haben, die in der App in Form kleinster Informationshappen (Info-Bits) bereitgestellt werden. Gruppen können auch einen lokalen Bezug haben. So können sich z.B. climactivity-Teams (s.u.) oder Stadtteil-Gruppen verbinden und koordinieren.

Um den Nutzer:innen Orientierung zu bieten, erhalten Themen-Gruppen, die inhaltlich die Big Points des Klimaschutzes aus dem App- und Vor-Ort-Programm widerspiegeln, eine besondere Betreuung, Strukturierung und Moderation seitens climactivity. Ziel ist es, einen „safe space“ mit entsprechender Netiquette zu schaffen, quasi eine Troll-freie Zone zur Diskussion über Nachhaltigkeitsthemen. Mitglieder des Netzwerkes werden in der Zukunft exklusiven Zugang zu den climactivity-Inhalten haben, die in der App in Form von Info-Bits bereitgestellt werden. Gruppen können auch einen lokalen Bezug haben. So können sich z.B. climactivity-Teams (s.u.) oder Stadtteil-Gruppen verbinden und koordinieren.

Um Gleichgesinnte in der Umgebung finden zu können, wird es im climactivity-Netzwerk eine Member-Map geben, auf der Mitglieder erscheinen, sofern sie sich mit der Nutzung ihrer Postleitzahl zu diesem Zweck einverstanden erklären. Damit sich Mitglieder ihre Erfolge im Klimaschutz zeigen können, ist über eine Schnittstelle zur App ein direktes Zeigen/Posten des Klimaschutz-Waldes im Sozialen Netzwerk möglich. Umgekehrt bewirkt viel Aktivität im Sozialen Netzwerk, dass sich die Lichtung im Klimaschutz-Wald in der App belebt. Längerfristig ist ein Tool geplant, mit dem Mitglieder ihren CO2-Fußabdruck und ihren Klimaschutz-Handabdruck regelmäßig erfassen, damit ihr verbessertes Klimaschutz-Verhalten veranschaulichen und für andere Mitglieder öffentlich stellen oder durch Posten zeigen können.

Das Soziale Netzwerk wird zunächst im April 2021 für die Bezieher:innen unseres Newsletters zugänglich gemacht und im Mai 2021 öffentlich gestellt.

Eine Profilseite im Sozialen Netzwerk von climactivity
Der Prototyp der Member-Map

Klimaschutz in der Parteienlandschaft – nicht mehr eine Frage des "ob", sondern des "wie"

17.03.2021

Die Forschungsgruppe Wahlen erfasst seit Jahrzehnten einen Langzeittrend der als wichtig benannten Probleme. Die Klimakrise war mit 60 % der Nennungen im September 2019 der klare Spitzenreiter. Das ganze Jahr 2019 hat es die Liste mit durchschnittlich etwa 40 % Nennungen angeführt. Seit Beginn der Pandemie vor einem Jahr ist es zwar von Corona auf dem Spitzenplatz abgelöst worden , aber liegt über dieses eine Jahr insgesamt eindeutig auf Platz zwei. Quelle: Forschungsgruppe Wahlen.

Dass die Menschen die Klimakrise inzwischen als ein wichtiges Problem ansehen, geht an den Parteien nicht unbemerkt vorüber. Das lässt sich an der Häufigkeit ablesen, mit der das Thema inzwischen erwähnt wird: Die SPD erklärt es zu einem der Kernthemen ihres neuen Selbstverständnisses, die CDU und die FDP beteiligen sich an einem neuen Think Tank zum Klimaschutz (Epico) und die Grünen und die Linken benennen es schon lang als einen Kernpunkt ihrer Agenda. Leider bedeutet dieses Interesse für das Thema nicht, dass eine 1,5-Grad taugliche (Klimaschutz-)Politik kurz bevor steht. Weil sie keiner der Parteien in dieser Sache wirklich trauen, ist bei den Wahlen am letzten Wochenende auch die Klimaliste angetreten und hat knapp 1 % der Stimmen geholt.

Hoffen wir, dass die Aufmerksamkeit für das Thema über das Wahljahr 2021 noch weiter wächst und dass die nächste Regierung sich genötigt sieht, beim Klimaschutz viele Schippen drauf zu legen. Entscheidend wird auch sein, dass dabei die Losung nicht lautet, mit ganz viel erneuerbarer Energie das Weiterbestehen der heute üblichen Lebensweise zu verfolgen. Denn zum einen wird es schlicht unmöglich sein diese Mengen an erneuerbarer Energie in der benötigten Geschwindigkeit bereit zu stellen und zum anderen verpassen wir dann die folgenden Chancen:

  • auf mehr Lebensqualität in den Städten durch ein Ende der Dominanz des Autos
  • auf mehr Wohnkomfort durch gut gedämmte Wohnungen
  • auf mehr Artenvielfalt und Tierwohl durch eine andere Art der Landwirtschaft
  • auf eine Energieversorgung in Bürgerhand und ohne massive Importabhängigkeiten

Bleibt oder werdet also aktiv für eine Klimaschutzpolitik, die sich verantwortlich verhält gegenüber zukünftigen Generationen und die die Chancen für ein besseres Leben nutzt, die in dem bevorstehenden Umbruch liegen.

Global Climate Strike - Protestieren war, ist und bleibt wichtig

10.03.2021

Hast du schon mal ein Feuer über eine etwas längere Zeit am Laufen gehalten? Dann weißt du, dass das Wichtigste ist, dass es nie ganz ausgeht; denn ein Feuer zu starten ist viel schwieriger als es am Laufen zu halten.

Am 20. September 2019 hat das Feuer des Klimaprotests hell aufgelodert: Mit 1,4 Millionen Beteiligten haben wir den größten Klimaschutz-Protest in Deutschland auf die Straßen getragen. Seitdem scheint die Flamme des Protests nicht mehr so hell. Aber die nächste Gelegenheit für einen großen, einen noch größeren Protest, wird kommen und bis dahin müssen wir das Feuer, wenn auch auf kleinerer Flamme, am Laufen halten.

Viele würden dafür gerne mal wieder mit vielen Leuten auf die Straße gehen und so klar machen, dass das Thema Klimaschutz alles andere als erledigt ist. In manchen Städten wird es am 19.3. im Rahmen des globalen Klimastreiks Demonstrationen, Kundgebungen oder Aktionen auf der Straße geben, in anderen ist Corona-bedingt darauf verzichtet worden. Aber egal ob nun gemeinsam auf der Straße oder vor deiner Haustür oder im Netz: Beteilige dich am Klimastreik! Geht zu den Aktionen in euren Städten, malt Kreide-Bilder oder Sprüche an der nächsten Ampel auf den Boden und teilt gerne Bilder von eurem Protest im Netz. Wie genau? Fridays for Future hat es hier in einem Video erklärt und eine Webseite für diese Aktionen eingerichtet.

Wir von climactivity sind fest davon überzeugt, dass persönlicher, gesellschaftlicher und politischer Wandel Hand in Hand gehen müssen. Deshalb widmet sich unser Programm climactivity gleichermaßen dem individuellen CO2-Fußabdruck und dem Klimaschutz-Handabdruck, also dem Engagement für Klimaschutz im persönlichen Umfeld, in Schule oder Betrieb und in Politik und Gesellschaft. Bei climactivity ist jeden Monat ein Big Point des Klimaschutzes Schwerpunkt im Programm. Aktionen wie dem Klimastreik widmet sich das Schwerpunkt-Thema „Gemeinsam für den Klimaschutz“. Denn egal, wie sehr wir als Einzelne Alternativen zum Fliegen nutzen, Fahrrad fahren und uns pflanzlicher ernähren, allein damit werden wir den nötigen Wandel nicht schaffen. Am Ende muss eine Regierung Gesetze erlassen und Förderungen umstrukturieren, so dass Klimaschutz zum Normalfall wird; zum Beispiel im Zuge einer sozial gerechten und wirksamen CO2-Bepreisung. Die jetzige Version davon ist leider weder das eine noch das andere. Und da wir beim Klimaschutz zwingend drauf angewiesen sind, dass international zusammen gearbeitet wird, braucht es auch dafür eine Regierung, die hier die richtigen Impulse setzt.

Ein paar Ideen, wo du nach dem Klimastreik in diesem Sinne weiter machen kannst, werden wir dir im nächsten Newsletter Ende März/ Anfang April vorstellen.

Ab April geht es Schritt für Schritt los mit dem Programm climactivity

03.03.2021

Seit Sommer letzten Jahres arbeiten wir am Konzept für das Programm climactivity. Auf der Basis von Erkenntnissen aus dem Modelllauf, den wir ein Jahr lang in Bremen-Findorff durchgeführt haben, und mit den guten Ideen des stark gewachsenen climactivity-Teams haben wir die Konzepte für alle drei Elemente unseres Programms weiterentwickelt. Die neuen Lösungen sind in vieler Hinsicht umfassender, überzeugender und machen einfach mehr Spaß als die bisherigen. Wir werden dir jeden der drei Bereiche in einem der folgenden Newslettern einzeln vorstellen.

Ab April öffnen wir den ersten Teil des climactivity-Universums für euch als Newsletter-Bezieher:innen und eure Freund:innen und Bekannte: Ihr könnt dann Mitglieder im climactivity-Netzwerk werden, also einem sozialen Netzwerk, das sich nur Themen rund um den Klimaschutz widmet.

Merkt euch hier für eine Teilnahme am Programm vor!

Die nächste Stufe wird gezündet und aus Klimaschutz For All wird climactivity

20.09.2020

Seit dem 1.9. läuft das Projekt Programmstart, im Rahmen dessen wir an eine viel breitere Öffentlichkeit treten werden. Das erste Resultat des Projektes liegt bereits auf dem Tisch: Im Rahmen des Re-Brandings ist Klimaschutz For All zu climactivity geworden. Aber climacitvity ist kein alter Wein in neuen Schläuchen:

  • Wir ergänzen das bisherige Programm um ein soziales Netzwerk, das uns allen klar macht, dass wir nicht allein sind mit unserem Anliegen, das Klima zu schützen. Das Netzwerk befindet sich aktuell noch in Entwicklung und wird im Frühjahr2021 für die Öffentlichkeit freigeschaltet.
  • Die App wird auf der Basis der Erkenntnisse aus dem Modelllauf und mit Unterstützung von einem engagierten Spieledesigner komplett neu aufgestellt. Die App wird im Sommer 2021 veröffentlicht.
  • Die Vor-Ort-Komponente wird neu konzipiert, so dass wir mit Teamtreffen und Veranstaltungen in einem hybriden Format aus online- und Präsenzelementen gleichzeitig viele Menschen mit der fundierten Information und den innovativen Konzepten von climactivity versorgen können und trotzdem eine persönliche Verbindung zwischen den Menschen in den Stadtteilen entsteht. Ab Frühjahr 2021 werden neue Teilnehmende in die Vor-Ort-Teams unseres Programms aufgenommen.

Für die Durchführung des Modelllaufs ist Uli F Wischnath seit Jahresbeginn mit einem Minijob beim Verein beschäftigt. Daneben sind von ihm und den anderen Aktiven des Vereins weit über 2000 Stunden ehrenamtliche Arbeit in das Projekt geflossen. Bei der App für den Modelllauf konnten wir glücklicherweise auf diejenige aufbauen, die das Bremer Klimaschutzprojekt Klimafuchs entwickelt hatte. Auf diese Weise konnte die Programmierung mit relativ niedrigem Aufwand und nicht so großem Startbudget gestemmt werden.

Weil die Aufgaben bei climactivity stetig zugenommen haben, bekommen wir zudem seit dem 01.09. Unterstützung von vier weiteren engagierten Mini-Jobber:innen, die sich schwerpunktmäßig um Öffentlichkeitsarbeit, Verwaltungsaufgaben, Neuauflage der climactivity-App (Programmierung) und die Entwicklung des Sozialen Netzwerkes kümmern.

climactivity ist gewachsen

10.09.2020

climactivity war immer als eine Bewegung gedacht, die auf dem Engagement und der Mitarbeit von Menschen beruht, denen Klimaschutz ein wichtiges Anliegen ist. Aus der Idee eines Einzelnen ist so zunächst eine Gruppe von Aktiven in Bremen geworden. Im Frühjahr 2020 ist durch Vermittlung des Umweltbundesamtes der Kontakt von (damals noch) Klimaschutz For All Bremen zu einer Klimaschutz-Initiative in Mülheim an der Ruhr zustande gekommen. Die dortige Gruppe hat mit einem sehr ähnlichen Mindset daran gearbeitet, ein soziales Netzwerk aufzubauen, das sich um das Thema Klimaschutz drehen sollte. Ihnen fehlte dafür noch eine Komponente, in der Informationen spielerisch bereitgestellt wurden. Auf Seiten von Klimaschutz For All war eine solche vorhanden; dem climactivity-Programm fehlten dagegen dringend Netzwerk-Komponenten. Durch den Zusammenschluss der beiden Initiativen werden wir nun ein wirklich rundes Paket anbieten können. Aber was noch viel wichtiger ist: Wir sind zu einem starken Team zusammengewachsen, mit dem wir die vor uns liegenden Aufgaben meistern können.

Der Modelllauf

03.08.2020

von Uli F. Wischnath

Liebe Unterstützer:innen und Interessierte,

Am 27.02.2020 sind wir zusammen mit 25 Teilnehmenden mit dem ersten Themenabend in den Modelllauf gestartet. Wegen Corona musste die Vor-Ort-Komponente dann leider schon ab März in ein online-Format umgewandelt werden. Das war sehr schade, aber letztlich hat es den Umständen entsprechend gut funktioniert. Drei Monate haben wir dann wieder Präsenz-Themenabende mit einer kleinen Anzahl an Teilnehmenden durchgeführt, bevor Corona uns vor zwei Monaten wieder in den digitalen Raum zurückverwiesen hat.

Im Juli haben wir uns von den Teilnehmenden Feedback für eine Zwischenbilanz eingeholt , haben gleichzeitig viel Anerkennung bekommen und erfahren, an welchen Stellen das Programm noch verbesserungsbedürftig ist. Gut gelungen ist die spannende Aufbereitung der Inhalte. Schon in Angriff genommen haben wir die Rückmeldung, dass es einer noch spielerischeren Gestaltung der App bedarf.

Pandemie, Klimakrise und Start des Modelllaufs

26.03.2020

von Uli F. Wischnath

Liebe Unterstützer:innen und Interessierte,

euer Leben wird gerade sicherlich in vielerlei Hinsicht von der Corona-Pandemie bestimmt. Ich hoffe, ihr seid gesund und euch treffen die Folgen der Corona-Bekämpfung nicht zu hart. Ich bin kein Experte für Gesundheit oder Epidemiologie. Aber sobald ich mir die Zahlen genauer angeguckt hatte, war es für mich als Naturwissenschaftler absolut einleuchtend, dass das “*Bleibt zu Hause!*”, also eine massive Beschränkung der direkten Kontakte von Menschen untereinander, notwendig war und ist. Mehr dazu unten im Abschnitt Corona – ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass drastische Maßnahmen angezeigt waren”.

Wie sind die Themen *Corona und Klimaschutz* miteinander verbunden? Unten Gedanken zu drei Aspekten:
* “I want you to act as you would in a crisis”- Parallelen und Unterschiede zwischen Corona- und Klimakrise
* Die Corona-Krise zieht eine Wirtschaftskrise und riesige Hilfspakete nach sich. Wenn wir uns dadurch nicht die Zukunft verbauen wollen, dann muss das so gestaltet werden, dass die Wirtschaftshilfe für Corona-Geschädigte auch dem Klimaschutz dient, mehr dazu unten.
* Die Corona-Krise zeigt: Wir Menschen sind ein Teil der Natur. Was bedeutet das für die Bewältigung der Klimakrise?

UND dann ist es natürlich auch bei Klimaschutz For All weitergegangen: Am 24.2. hat die Bremer Bürgermeisterin Maike Schäfer beim #NeustartKlimaFindorff Fest den Startschuss für den Modelllauf von Klimaschutz For All gegeben. Am 27.2. wurde dann mit dem ersten Themenabend in die Arbeit gestartet. Kurze Zeit später stand dann auch die App zur Verfügung, die jetzt schon fleißig genutzt wird.

Mit dem Start des Modelllaufs sind wir auch die Titelgeschichte des Findorff Magazins geworden. Den zugehörigen Artikel könnt ihr auch online lesen. Und wenn ihr noch eine Seite weiter blättert, dann kommt ihr zu dem Artikel über das Projekt Visionskultur, in dem auch Klimaschutz For All jetzt einen Co-Working space hat.

Bleibt gesund und mit besten Grüßen,

Uli

*Corona – ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass drastische Maßnahmen angezeigt waren*
Die Notwendigkeit, die direkten Kontakte von Menschen untereinander massiv zu beschränken, um die Corona-Pandemie einzudämmen, ergab sich für mich aus einer relativ einfachen Rechnung: Ich habe den exponentiellen Anstieg der realen Fallzahlen Mitte März in eine Formel gepackt. Anhand dessen war zu sehen, dass wir bei einem ungebremsten Verlauf schon Anfang April bei täglich über 100.000 Neuinfektionen gewesen wären. Das hätte unser Gesundheitssystem auf jeden Fall überfordert. Natürlich weiß niemand, ob die Kurve wirklich so weiter verlaufen wäre, aber – und hier gibt es ganz klar eine Parallele zum Klimawandel – da es eine relevant hohe Wahrscheinlichkeit gab, dass es so kommt, musste dafür gesorgt werden, dass der exponentielle Anstieg gebremst wird. Das scheint jetzt der Fall zu sein. Ein Danke also an die Allermeisten, die sich auf die drastische Reduzierung der nicht unbedingt erforderlichen Kontakte eingelassen haben und immer noch einlassen.

*”I want you to act as you would in a crisis”- Parallelen und Unterschiede zwischen Corona- und Klimakrise*
Die Corona-Pandemie hat sowohl weltweit, als auch in Deutschland zur Umsetzung von sehr drastischen Maßnahmen zur Bewältigung der Krise geführt. Wir sehen heute den drastischen Unterschied zwischen dem, wie auf die Corona-Pandemie als Krise reagiert wird, und dem wie die drohende Erdüberhitzung als Nicht-Krise behandelt wird. Aber nur manches von dem, wie jetzt vorgegangen wird taugt wirklich als Vorbild für den Umgang mit der Klimakrise. Wie Alex Tembarth und Seaver Wang vom Breakthrough Institute betonen, würden nur wenige Menschen Begeisterung für mehr Klimaschutz entwickeln, wenn sie damit verbinden, dass es auf Jahre hinaus Einschränkungen gibt, die ähnlich massiv sind, wie die, die jetzt im Zuge von Corona für einige Wochen oder Monate erforderlich sind. Von daher ist klar: Eine andere Art von Krise erfordert eine andere Art von Maßnahmen. Aber die Bereitschaft, bisher undenkbare Dinge zu Gunsten einer Krisenbewältigung doch zu tun, könnten wir auch für die Bewältigung der Klimakrise gebrauchen. Bei der Klimakrise könnte das z. B. das Prinzip der Freiwilligkeit und Wirtschaftlichkeit bei der Sanierung von schlecht gedämmten Häusern sein. Und genau wie in der Corona-Krise müsste dann denen, die das in finanzielle Bedrängnis bringt, vom Staat geholfen werden. Seien es Mieter:innen, Hausbesitzer:innen oder Wohnungsbaugesellschaften. Es werden gerade 600 Mrd € mobilisiert, um die Wirtschaft zu stützen. Es wird davon ausgegangen, dass sich die Ziele des Pariser Abkommens erreichen ließen, wenn weltweit 2 % des jährlichen Brutto-Inlands-Produktes (BIP) für den Klimaschutz ausgegeben würden. Da das deutsche BIP bei 4.000 Mrd € liegt, würden 600 Mrd € beim Klimaschutz ausreichen, um fast ein Jahrzehnt Klimaschutz mit der nötigen Ambition zu finanzieren.

* *Wirtschaftshilfe für Corona-Geschädigte, die auch dem Klimaschutz dient*
Die riesigen Summen, die zur Bewältigung der Corona-bedingten Wirtschaftskrise mobilisiert werden, lassen ahnen, dass der Klimaschutz in nächster Zeit nur dann voran kommen wird, wenn die Corona-Wirtschaftshilfe auch dem Klimaschutz dient. Gelingt dies nicht, wird es nur allzu oft heißen, dass wegen der Wirtschaftskrise leider keine Kapazität und kein Geld mehr vorhanden ist, um sich auch noch um Klimaschutz zu kümmern. In einem offenen Brief fordert deshalb ein Zusammenschluss von Stiftungen, dass die schnelle Unterstützung der Europäischen Wirtschaft im Zusammenhang mit der Corona-Krise und die große Bedeutung des Jahres 2020 für den internationalen Klimaschutz zusammen gedacht werden können und müssen. Konkrete Vorschläge dafür finden sich in einer Ausarbeitung, die Greenpeace in Auftrag gegeben hat. Überzeugt euch das? Dann verbreitet solche Ideen und schreibt vielleicht mal an eure Bundestags- oder Bürgerschaftsabgeordneten und macht ihnen deutlich, dass ihr euch die Verknüpfung von wirtschaftlichem Wiederaufbau und Klimaschutz wünscht.

*Die Corona-Krise zeigt: Wir Menschen sind ein Teil der Natur*
Für mich gibt es eine ganz starke Verbindung zwischen der Corona- und der Klimakrise auf der Ebene des Verhältnisses von Mensch und Natur. Oft wird so gehandelt, als ob der Mensch außerhalb und über der Natur steht. Der Corona-Virus zeigt deutlich, dass wir Teil der Natur sind und bei weitem nicht allen Widrigkeiten des Lebens mit einer menschlichen Erfindung etwas entgegen zu setzen haben. Beim Klimaschutz fehlt diese Erkenntnis an vielen Stellen: Wir werden nicht in der Lage sein, die Folgen eines ungebremsten Klimawandels durch technische Maßnahmen auszugleichen: Deiche lassen sich nicht beliebig hoch bauen; noch weiß niemand, ob wir CO2 wieder aus der Luft herausholen können; und die phantasierte Klimaregulierung durch eine gezielte Veränderung der Atmosphäre (Geo-Engineering) hätte vollkommen unabsehbare Folgen. Dazu kommt, dass die technischen Lösungen fast alle ein Gerechtigkeitsproblem haben: Sie funktionieren im Zweifelsfalle besser für den reicheren globalen Norden, der sie sich leisten kann. Den Menschen im ärmeren globalen Süden hingegen, die zumeist wenig zur Erdüberhitzung beigetragen haben, stehen sie dagegen im Zweifelsfalle nicht zur Verfügung. Eine Botschaft, die wir aus der Corona-Krise mitnehmen sollten, ist von daher, dass wir schleunigst mit dem anfangen, was wir tun können. Schön, falls irgendwer demnächst was Tolles erfindet, dass Klimaschutz zum Kinderspiel macht. Aber darauf können wir nicht warten und darauf dürfen wir nicht setzen.

* Wir können und müssen jetzt aus Kohle, Öl und Gas aussteigen und dafür Photovoltaik (weg mit dem PV-Deckel => Info- und Aktions-Link) und Windkraft (weg mit der pauschalen Abstandsregel) massiv ausbauen,
* eine Verkehrswende hin zu einer viel öffentlicheren und grünen Mobilität kann jetzt in Angriff genommen werden
* wir brauchen besser gedämmte Gebäude und weniger Bauen und
* her mit einer Agrar- und Ernährungswende, bei der weniger tierische Lebensmittel gegessen und in größerem Einklang mit der Natur hergestellt werden.

Das alles ist ab sofort machbar. Lasst uns das im Kleinen tun und setzen wir uns dafür ein, dass die Politik es im Großen umsetzt.

Klimaschutz For All: Stürmische Zeiten

13.02.2020

von Uli F. Wischnath

Liebe Unterstützer:innen und Interessierte,

stürmische Zeiten; da draußen vor unseren Fenstern und auch bei uns im Projekt. Mein kleines Video zu der Frage, was die Schulschließungen bei einem herannahenden Sturmtief mit der Klimakrise zu tun haben, findet ihr bei Twitter> .

Im Projekt gibt es gerade kräftigen Rückenwind:
• Die Crowdfundingkampagne für den Modelllauf ist geschafft; 10.800 € sind beisammen. DANKE!! an alle, die gespendet, die die Kampagne geteilt oder uns sonst wie unterstützt haben. Sekt trinken musste leider ein bisschen verschoben werden.

• Wir haben Fördermittel eingeworben für gut die Hälfte der 173.000 €, die benötigt werden, um das Projekt Klimaschutz For All auf ganz Bremen auszuweiten: 73.000 € vom Bundesumweltministerium und 20.000 € von der Bremer Umweltprojekteförderung.

• Alle 25 Plätze für eine Teilnahme am Modelllauf in Findorff sind vergeben. Ab dem 27.2. beginnt dann “die Arbeit”: Wir starten mit einem Themenabend in den Themenmonat Bilanzierung.

• Aber vorher muss – hoffentlich mit euch! – gefeiert werden! Beim #NeustartKlimaFindorff am 24.2. (Achtung Terminänderung) ab 16:30 Uhr im Klimacafé Findorff, Münchener Str. 146 feiern wir den Start des Modelllaufs und haben die Bürgermeisterin Maike Schäfer zu Gast. Bei dieser Feier wird auch der Neustart unseres Kooperationspartners Klimazone Findorff als gemeinnütziger Verein begangen.

In Bremen ist morgen der Bundesminister für Wirtschaft und Energie Peter Altmaier zu Gast beim Schaffermahl. Der benötigt für seinen Kurs in der Energiewende, beim Kohlekompromiss und in der Klimapolitik im Allgemeinen definitiv noch Gegenwind. Für diesen soll morgen von 12:30-13:30 Uhr auf dem Marktplatz gesorgt werden. Kommt vorbei!

Die winds of change werden uns weiterhin mal antreiben und mal ins Gesicht blasen. Also: Hol di fuchtig
Uli

Keine Atempause- Klimaschutz wird gemacht: Neuigkeiten aus Berlin und Bremen

29.01.2020

von Uli F. Wischnath

Zwei wesentliche bürokratische Hürden wurden jetzt erfolgreich genommen: Seit dem 9. Januar ist Klimaschutz For All ein eingetragener und gemeinnütziger Verein. Das war eine wichtige Voraussetzung um Fördermittel bekommen zu können und gibt der ganzen Sache eine klare Form.

Wie ihr wisst, wollen wir das Programm Klimaschutz For All in ganz Bremen ausrollen. Klimaschutz For All wird dann organisatorisch so aufgestellt, dass mehrere 100 Menschen an dem Programm teilnehmen können. Trotzdem bleibt es ein Programm, das vor Ort stattfindet und vom Austausch von Menschen untereinander lebt. Um den Übergang stemmen zu können und die benötigten Strukturen aufzubauen, benötigen wir ein Gesamtbudget von etwa 170.000 €. Jetzt haben wir die Mitteilung erhalten, dass wir dafür eine Förderung von 73.000 € vom Bundesumweltministerium und 20.000 € von der Bremer Klimaschutzbehörde bekommen. Mit dieser guten Nachricht im Rücken gehen wir ab März gestärkt daran, den Rest zusammen zu bekommen. Ein weiteres wichtiges Puzzleteil dabei sind die 20.000 € Eigenmittel, die wir im Rahmen einer Neuauflage der Fundraisingkampagne einwerben werden. Aber nicht jetzt, denn zur Zeit steht der Start des Modelllaufs Ende Februar im Zentrum aller Aktivitäten.

Die für den Modelllauf benötigten Mittel sind so gut wie beisammen: Die Spendensumme dafür steht bei fast 10.000 €. Wir freuen uns unglaublich darüber, dass ihr uns bis hierhin so viel Vertrauen geschenkt habt und sagen ein herzliches DANKE! Bitte erzählt jetzt noch einmal fleißig weiter, warum ihr unser Klimaschutzprojekt unterstützt, damit wir die letzten 857,50 € für den Modelllauf auch noch gestemmt kriegen.

Warum können die denn plötzlich auf 20.000€ verzichten? Können wir nicht! Ja, das ursprüngliche Crowdfundingziel war 30.000 €. Aber: Obwohl Crowdfunding uns nicht nur Geld eingebracht sondern auch Kraft gegeben hat und Spaß macht, macht es auch sehr, sehr viel Arbeit. Das letzte Jahr haben wir fast komplett ehrenamtlich gestemmt, oft am Abend und an den Wochenenden. Trotzdem reichen die Kapazitäten gerade nicht, um gleichzeitig Fundraising zu machen und den Start des Modelllaufes von Klimaschutz For All am 20.2.20 (SAVE THE DATE!) weiter so vorzubereiten, dass er den Teilnehmenden möglichst viel Unterstützung in ihrem Klimaschutzhandeln bietet. Deshalb müssen wir die noch fehlenden 20.000 € wann anders zusammen bekommen. Das ist machbar, weil die für das Projekt “Programmstart von Klimaschutz For All in ganz Bremen” benötigt werden, das voraussichtlich “erst” im August starten wird.

Deshalb beenden wir die laufende Kampagne, wenn der Modelllauf bei 10.800 € gesichert ist. Bitte teilt die Fundraising-Kampagne noch einmal mit klimaschutzinteressierten Freund:innen, Nachbar:innen, Kolleg:innen …

Rückblick auf das Klimaschutz For All Jahr in drei Schlaglichtern

31.12.2019

von Uli F. Wischnath

Liebe Unterstützer:innen und Interessierte,
Wow, was für ein Jahr: 2019 ist aus einer Idee, die ich vom Klimagipfel in Katowice mitgebracht habe, ein Projekt geworden, dass in 2020 weiter wachsen wird. Hier mein Rückblick auf das Klimaschutz For All Jahr in drei Schlaglichtern:

Sternchen-Stunden:

– Wenn sich ein Profi für Klimakommunikation einer großen online-Redaktion für die Idee und Herangehensweise von Klimaschutz For All begeistert
– ich erlebe, dass es gelingt Menschen auf einer Veranstaltung zu motivieren und zu inspirieren
– sich Menschen spontan bereit erklären zu helfen, wenn gerade mal alles zu viel wird und Deadlines vor der Tür stehen – der Spendenstand auf www.betterplace.org/p70120 Woche für Woche steigt
– Menschen sich für die Idee von Klimaschutz For All begeistern und es bedauern, dass sie als Nicht-Findorffer:innen nicht schon jetzt daran teilnehmen können
– dann spüre ich, dass sich der Einsatz lohnt.

I want you to act as you would in a crisis!

Mir wurde von verschiedenen Seiten geraten, jetzt nicht mit einem Modelllauf in die praktische Umsetzung einzusteigen und stattdessen lieber in Ruhe Projektanträge zu schreiben und dann mit einem angemessenen Projektbudget zu starten. In gewisser Hinsicht wäre das vernünftig. Aber zu sagen “Wir befinden uns in einer Krise!” und dann vielleicht 2 Jahre zu warten bis irgendwelche Anträge genehmigt sind? Das habe ich nicht ausgehalten.

Ich treibe mit Klimaschutz For All ein Projekt voran, dass in mancher Hinsicht eine Nummer zu groß für mich ist. Ich tue es im Vertrauen darauf, dass Leute dazu kommen, denen der Klimaschutz genauso ein Anliegen ist, wie mir; dass ich noch mehr Menschen von der Idee überzeugen kann. In vieler Hinsicht hat das funktioniert: Ich bekomme praktische Unterstützung bei Social Media, der Webseitenpflege, bei Konzeptfragen und der App-Programmierung, bei der Aufnahme von Kontakten in Findorff, beim Stellen von Anträgen und bei der Projektentwicklung. Dafür bin ich sehr dankbar!

Willst du dich auch bei uns einbringen? Einmal oder langfristig? Schreib einfach unverbindlich eine email an info@klimaschutz4all.com. Jede Stunde Flyer austragen hilft!

Heute mal ein Filmstar?!

Ein Crowdfunding-Video wird nicht aus dem Ärmel geschüttelt. Der Rest der Crowdfunding-Kampagne übrigens auch nicht! Umso toller ist es, dass Kathrin die Arbeit von Klimaschutz For All immer wieder mit Filmsequenzen eingefangen hat und sie mit mir das Video konzipiert, gedreht, geschnitten und vertont hat. Herausgekommen ist ein gelungener Film über das, was Klimaschutz For All ausmacht. Und bei der Crowdfunding-Kampagne sind inzwischen fast 8.000 € zusammen gekommen. Eine stolze Summe!

Auch wenn es bis zu den angestrebten 30.000 € noch ein weiter Weg ist, bin ich super glücklich über das, was wir schon erreicht haben. Im Vertrauen auf das Gelingen des Crowdfundings, habe ich meine Stelle als Geschäftsführer der BAUWENDE so reduziert, dass ich 2020 mit einer halben Stelle für Klimaschutz For All arbeiten kann. Damit das finanziell gut zu tragen ist, werde ich einen Minijob bei dem gerade gegründeten Klimaschutz For All e.V. bekommen.

DANKE allen, die dieses Vertrauen belohnt haben 🙂

Genug der Worte: Euch allen einen guten Rutsch und ein gutes Neues Jahr, in dem wir weiter zusammen für den Klimaschutz streiten werden. Mit den besten Grüßen euer
Uli (F Wischnath)

Lust auf das kurze Crowdfundingvideo? Hier entlang: https://bit.ly/2Lffmz9

LAST-MINUTE-TIPP bis 20.12.: Verschenke eine Spende ... und wir erledigen deine Weihnachtspost!

17.12.2019

von Uli F. Wischnath

So geht es:

– Du spendest bis Fr. 20.12. um 12:00 Uhr mindestens 20€ für Klimaschutz For All auf www.betterplace.org/p70120

– Ebenfalls bis Fr 20.12. um 12:00 Uhr, teilst du uns über info@klimaschutz4all.com deinen Namen, sowie den Namen und die Adresse des/der Beschenkten mit.

– Wir schreiben hinten auf die Karte einen Gruß wie er im Bild zu sehen ist. Wenn du stattdessen an der Stelle deinen eigenen Grußtext haben möchtest, dann teil uns auch den in deiner email mit.

– Wir verschicken spätestens am 20.12. deine Grußkarte an den/die Beschenkte:n und teilen dir mit, dass der Gruß versendet wurde 🙂 Und nicht vergessen – Im Moment wird jede Spende aufgestockt, jetzt ist jeder gespendete 1 € = 1,50 € wert!

Die Klimakrise als Chance sehen? How dare you!

02.12.2019

von Uli F. Wischnath

It’s real, it’s us , it’s bad, experts agree, it’s not too late.
Globaler Klimastreik, Weltklimagipfel, erwachsene Menschen, die sich aggressiv an der Medienpräsenz einer wort- und inhaltsgewaltigen Schülerin abarbeiten. Das Thema Klimaschutz steht weit oben auf der Agenda und wird auch von seinen Unterstützer:innen mit immer gemischteren Gefühlen betrachtet: Das eigene schlechte Gewissen nervt – weil man es einfach nicht schafft, so klimafreundlich zu leben, wie man es für richtig hält. Man sieht mit Entsetzen zu, wie Politiker:innen bei weltweiten meetings den Klimaschutz wieder nicht voranbringen. Fühlt Ermüdung und Lähmung, angesichts der Größe und Unübersichtlichkeit der zu bewältigen Aufgaben. Welche Chance soll darin bitte liegen?

Massiv interaktiv
Nach einem Impulsvortrag des Bremer Umweltphysikers Uli F Wischnath begibt sich das Publikum mit der App slido auf die Reise in das kollektive Bewusstsein: Wo sind die Hürden, die aktives Klimaschutzhandeln verhindern? Ist es toll oder grauenhaft, eine CO2 Bilanz von XY Tonnen zu haben? Und wie viel Sinn macht es, als Einzelne/r täglich auf’s Neue eine Aufgabe anzugehen, die eines Teams von Superheld:innen mehr als würdig wäre?

Alle sind Teil der Lösung
Mit dem Modellprojekt Klimaschutz For All will der gleichnamige Verein ab Anfang 2020 dazu anleiten, handlungsfähiger in Sachen Klimakrise zu werden: Denn Veränderungen zu erlernen, funktioniert denkbar schlecht im Rahmen eines Katastrophenabwehrprogramms. Stattdessen setzt das Programm auf Lernvorgänge, die auf kreativen, gemeinschaftlichen Prozessen beruhen. Und auf dem Wunsch Veränderungen zugunsten einer positiven Vision zu bewältigen – kann das ein Motor für wirksame Veränderungen und Lust am Klimaschutz sein?

Die Klimakrise ist auch eine Chance! & Aktuelles zum Crowdfunding 2.0 für Klimaschutz For All

25.11.2019

von Uli F. Wischnath

Nach einer spannenden Zeit mit Konzipieren, Drehen, Schneiden, Vertonen und Betiteln unseres neuen Crowdfunding-Videos, haben wir es vor einer Woche online gestellt. Es ist nicht nur viel schöner anzusehen als das Letzte, auch inhaltlich haben wir Klimaschutz For All in den letzten Monaten noch nachgeschärft. Dazu gleich mehr.
Bilanz der ersten Woche unseres Fundraisings: Wir haben gut 700 € an Spenden bekommen und einen Gesamtspendenstand von gut 2.500 € erreicht. VIELEN DANK allen Spender:innen auch auf diesem Weg.

Die Klimakrise ist auch eine Chance
Wenn es eine Sache gibt, deren Wichtigkeit mir in den letzten Monaten und insbesondere Wochen noch bewusster geworden ist, dann ist es, dass wir viel mehr zeigen müssen, dass die Klimakrise auch eine Chance ist. Wir verhalten uns derzeit als Gesellschaft insgesamt so, dass wir einerseits auf die Katastrophe schauen, die uns bevorsteht, wenn wir nicht schnell genug handeln, und andererseits auf all das, was schwieriger wird, wenn wir das Klima schützen. Es erscheint so, als ob die Alternativen wären: Entweder gut leben und den Klimaschutz vernachlässigen oder sich kräftig beschneiden und seiner Verantwortung gegenüber den Menschen gerecht werden, die jetzt schon und noch viel mehr in der Zukunft unter der Klimakatastrophe leiden werden. Das ist Quatsch. Aber leider sind es nicht nur diejenigen, die den Klimaschutz bremsen wollen, die es so darstellen, auch die Klimaschutzbewegung stellt oft den Verzicht in den Vordergrund. Wir werden viel mehr Mitmacher:innen finden, wenn wir eine ansteckende Vision haben.Wir sollten nicht nur mit vernünftigem Verzicht, nachvollziehbarer Wut und berechtigter Frustration unterwegs sein, sondern auch und insbesondere mit dem Bild von einer besseren Welt, dem guten Gefühl, dass sich einstellt, wenn Wissen und Handeln zueinander passen, und mit konkreten Ideen, was zu tun sich wirklich lohnt.

Die Vision eines klimafreundlichen guten Lebens:
– Ich werde mich freuen, wenn ich dann mal in einem Haus lebe, das so gut gedämmt ist, dass ich keine kalten Füße bekomme, wenn ich am Schreibtisch sitze, und das ganz ohne eine hohe Heizkostenrechnung zu zahlen.
– In einer Welt mit einer sinnvoll gestalteten klimafreundlichen Mobilität, wären die meisten unserer Freund:innen und Bekannten, die Opfer von Verkehrsunfällen geworden sind, wahrscheinlich verschont geblieben.
– Krieg um Öl (und andere Energieträger) wird in einer klimaneutralen Welt der Vergangenheit angehören; zumindest, wenn wir vernünftig sind und unseren Energiebedarf senken und den Schwerpunkt unserer Energieerzeugung auf Deutschland legen.
– Wir werden gesünder leben, wenn nicht mehr so viele Abgase aus der Verbrennung von Öl, Gas und Kohle in unserer Atemluft sind Frische Luft, Fitness und ein Stück Kuchen zusätzlich im Kalorienbudget sind die erfreulichen Begleiterscheinungen der Umstellung auf eine Fahrrad- und Fußgänger-zentrierte Mobilität
– Wenn wir so manches, was wir nicht wirklich brauchen, erst gar nicht kaufen, dann gewinnen wir die Freiheit, mit weniger Arbeit unseren Lebensunterhalt verdienen zu können. Und letztlich ist es doch oft die Zeit, die uns heutzutage am dringendsten fehlt.

Auf die Gesamtbilanz kommt es an: Her mit dem klimafreundlichen guten Leben
Klar, es gibt auch Sachen, wo das Weniger nicht mehr ist, sondern Weniger. Es ist schade, wenn bestimmte Urlaubsziele wieder in eine schwerer erreichbare Ferne rücken. Aber die Gesamtbilanz kann eine wirklich gute sein, wenn wir nur dafür sorgen, dass wir die Kurve rechtzeitig kriegen. Lasst uns also Schluss machen damit, dass Klimaschutz im Wesentlichen mit Verzichten und Verboten assoziiert wird. Lasst uns die Vision eines klimafreundlichen guten Lebens an die Wand malen und in die Köpfe vieler Menschen bringen. Diese Bewusstseinsänderung zu bewirken, ist ein wesentlicher Ansporn dafür, das Programm Klimaschutz For All zu verbreiten.

Bitte unterstützt unsere Fundraising-Kampagne
Wir bitten euch alle um Hilfe, damit das Programm weiterentwickelt werden kann. Macht das Fundraising zu einem Erfolg indem ihr spendet und/oder die Kampagne verbreitet. DANKE

Update zu Klimaschutz For All - Mai bis Oktober 2019

25.10.2019:

von Uli F. Wischnath

Oktober 2019: Vereinsgründung von “Klimaschutz For All”
Im Anschluss an die Veranstaltung am 18.10.19 haben wir Klimaschutz For All als gemeinnützigen Verein gegründet. Das eröffnet die Möglichkeit einen Antrag bei der Bremer Umweltförderung zu stellen, der einen schon gestellten Antrag beim Umweltbundesamtes ergänzen soll.

September 2019: Klimaschutz meets Findorff
Klimaschutz For All war in den letzten Wochen auf diversen Veranstaltungen in Findorff vertreten: Beim Findorffer Sommerfest, beim Schulfest der Oberschule Findorff, beim BioStadt-Tag auf dem Findorff-Markt und beim Straßenfest anlässlich des Marathons. Am Freitag 18.10. haben wir dann selber ein kleines Fest gemacht unter dem Motto “Kaffee, Kuchen, Klimaschutz” im Klimacafé in der Münchener Str. 146, das von unserem Kooperationspartner, der Klimazone Findorff, betrieben wird.

August 2019: Start des Modelllaufs im Januar 2020
Den Start des Modelllaufs haben wir jetzt für den 11.1.2020 festgelegt. Wir werden den Modelllauf im Bremer Stadtteil Findorff mit 40 Menschen durchführen; die Werbung von Teilnehmenden hat begonnen; die ersten 12 haben sich auch schon angemeldet! Der Modelllauf wird ein co-kreativer Prozess, in dem das Programm durch die Rückmeldungen der Teilnehmenden stetig verbessert wird.

Juli 2019: Proof of Concept auf der Breminale und Teilnahme an der Climate Action Challenge
Das Konzept des Programms wurde im Juli auf der Breminale in Kooperation mit InnoQuarter einem proof-of-concept-Test unterzogen. Die Rückmeldungen waren sehr positiv und die Tatsache, dass das Programm einen Nerv trifft, wird auch durch die Rückmeldungen bei der Werbung von Teilnehmenden und die ersten Anmeldungen bestätigt (s. u.). Klimaschutz For All ist seit 1. Juli Teil der Climate Action Challenge der Social Acceleration Platform ProjectTogether. Über diese Plattform bekommen wir Unterstützung in Form von wertvollen Kontakten, einer Community von Gleichgesinnten und – ganz wichtig – durch ein sehr hilfreiches Coaching. Vielen Dank an Karin Tanger!

Mai 2019: 2000 € Spenden und 3 neue Mitstreiterinnen
Im ersten Anlauf der Fundraisingkampagne sind ca. 2000€ zusammengekommen und drei der in diesem Rahmen Angesprochenen arbeiten seitdem regelmäßig bei der Weiterentwicklung des Programms mit. Vervollständigt wird der Kreis der Aktiven durch die Klimazone Findorff als Kooperationspartnerin für den Modelllauf.

Klimapaket der Bundesregierung: Note mangelhaft

27.09.2019

von Uli F. Wischnath

Das Klimapaket – eine schwere Enttäuschung
Fridays for Future geht seit 9 Monaten auf die Straße und fordert von der Politik, beim Klimaschutz zu handeln. Und zwar so, dass der globalen Gerechtigkeit und der Gerechtigkeit zwischen den Generationen Rechnung getragen wird. Nun hat die deutsche Bundesregierung geantwortet: Sie hat ein Klimapaketchen geschnürt, das kleiner ist als alles, was die von der Regierung bestellten Gutachter empfohlen hatten. Begründet wird dies damit, dass den Bürger:innen nicht mehr zugemutet werden kann.

Das hohe Bewusstsein für das Thema Klima hätte mehr möglich gemacht.
Der Grundgedanke, dass Klimaschutz nur funktioniert, wenn er die Menschen nicht überfordert, ist richtig und wichtig, und ist auch bei Klimaschutz For All ein zentrales Element. Gleichzeitig müssen wir mit großen Schritten in Richtung Klimaneutralität voran schreiten, wenn wir die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens einhalten und eine Klimakatastrophe vermeiden wollen. In dieser Situation ist es die Aufgabe der Regierung den Bürger:innen zu erklären, dass besondere Umstände besondere Maßnahmen erfordern. Und sie muss die soziale Härten abfedern, die mit den Maßnahmen einhergehen. Vor dem Hintergrund, dass Klimaschutz mehr als 80 % der Menschen in Deutschland wichtig ist, sind gute Voraussetzungen dafür gegeben, dass ein ambitionierter und sozial ausgewogener Klimaschutz auf Akzeptanz stößt – wenn er denn gut erklärt wird.

Das Klimapaket ist eine Zumutung – für alle, die jetzt und später unter den Folgen des Klimawandels leiden
Das jetzt geschnürte Klimapaketchen hingegen bedeutet, anderen eine große Bürde aufzuladen: Den Menschen im globalen Süden, die schon jetzt vermehrt unter Dürren, Überflutungen und Wirbelstürmen als Folgen des Klimawandels am stärksten leiden, und den jungen und nachfolgenden Generationen, die in einer Welt mit schweren ökologischen und gesellschaftlichen Verwerfungen wird leben müssen. Anderen Menschen wird damit sehr viel zugemutet, um den Bürger:innen heute Zumutungen zu ersparen, die im Vergleich dazu relativ harmlos sind.

Das wenige, was beschlossen wurde, ist unwirksam und ungerecht
Konkret ist der Kernpunkt der Kritik am Klimapaket der viel zu geringe Preis für CO2, der zudem erst in zwei Jahren erhoben werden soll. Ottmar Edenhofer, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und Berater der Regierung zum Thema Klimaschutz, hat vorgeschlagen, mit einem Preis von 50 Euro pro Tonne einzusteigen. Die Regierung hat ihn allerdings bei 10 Euro angesetzt.
Zusätzlich gibt es ein Sammelsurium von Einzelmaßnahmen mit fraglicher Wirksamkeit. Die Erhöhung des Spritpreises durch die CO2-Abgabe z. B wird für Pendler:innen durch eine höhere Pendler:innenpauschale in einem Maße kompensiert, dass diese teilweise am Ende besser dastehen als vorher. Am profitabelsten ist diese Regelung für diejenigen, die weite Strecken fahren und hohe Steuern zahlen. Unseres Erachtens wird das dem Anspruch eines sozial ausgewogenen ökologischen Umbaus nicht gerecht.
Von verschiedenen Seiten wird der Umfang des Pakets gelobt: 50 Milliarden Euro sollen ausgegeben werden. Aber es kommt eben nicht darauf an, dass viel Geld, sondern dass es sinnvoll ausgegeben wird. Das ist an vielen Stellen fraglich.

Die Politik muss spüren, dass dieses Paketchen nicht ausreicht – tun wir was dafür!

Mit Klimaschutz For All machen wir eigene Schritte zur Verringerung unseres eigenen CO2-Fußabdruckes. Ein Ziel davon ist, dass der Politik gezeigt wird, dass ambitionierte Klimapolitik auch auf Gegenliebe stößt. Daneben wird es in den nächsten Monaten besonders wichtig sein, sich gesellschaftlich und/oder politisch zu engagieren, um so Druck aufzubauen, dass das Klimapaket noch mal sinnvoll neu geschnürt wird.

Was können wir persönlich dafür tun? Am 29.11. ist der nächste Globale Klimastreik; da wollen wir noch mehr Menschen auf der Straße sein und Farbe bekennen. Kommst du? Und wen bringst du mit? Zudem  macht es Sinn Politiker:innen Briefe oder Emails zu schreiben, in denen wir zum Ausdruck bringen, was wir erwarten. Und es wird auch noch eine Reihe von Petitionen und Kampagnen geben, die durch weitere Unterschriften und Beteiligung an Gewicht gewinnen. Eine von vielen Umweltverbänden und anderen NGOs getragene Petition wurde schon gestartet und hat nur eine Woche nach dem Klimapaket-Disaster schon 270.000 Unterschriften.

Noch gibt es viele Wege zum Klimaschutz – zeigen wir der Regierung, dass die eingeschlagene Richtung in mancher Hinsicht zwar stimmen mag, aber dass dieses Paketchen keineswegs ausreichend ist.